Wir bekommen Flügel

Oh ja, ob ihr es glauben wollt oder nicht, wir kommen wirklich wieder heim!! 😉

Am 30. April starten wir unsere letzte Etappe dieser Radreise: von Schwechat nach Wien. Wie wird Wien sein? Wir sind gespannt!!

Bis bald,
Betti und Claudi

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Heinzelmännchen

Es gibt sie wirklich!! Lebendige Heinzelmännchen!! Jippie!! Zumindest eine der vielen Kindergeschichten ist wahr! Oder gibt es am Ende auch einen Osterhasen?

Bei Einbruch der Dämmerung schlagen wir unser Zelt in einer der vielzähligen Kautschukplantagen auf. Der tägliche Gelsenangriff wartet nämlich schon ungeduldigst auf uns. Während wir mit Zeltstangen und Haringen hantieren, unsere Isomatten aufblasen und uns waschen, sind wir ein paar Blutstropfen ärmer. Dafür ein paar Dippeln dicker.

Die Luft steht. Es ist auch nach Sonnenuntergang noch erschreckend heiss. Zwischen Juckreiz und Schweissausbrüchen dösen wir langsam ein.

Ein Knaksen. Ein regelmässiges Kratzen. Ein paar Schritte. Wieder ein regelmässiges Kratzen. Ein Taschenlampenschein. Was ist das? Wer ist da? Mitten in der dunklen Nacht im Kautschukwald?

Neugierig und ein bisschen ängstlich öffnen wir vorsichtig und möglichst geräuschlos den Zippferschluss unseres Zeltes. Langsam schieben wir unsere Köpfe aus der Luke und spähen in den finsteren Wald hinein. Da! Gebückt an einem Baum steht der Mann der Nacht. Wieder ertönt das regelmässige Kratzen. Dann geht der Mann zielstrebig zum nächsten Baum. Tiefer vom dunklen Wald verschluckt erkennen wir noch drei weitere bäumekratzende Gestalten. Schnell huschen sie von Baum zu Baum mit ihrem spärlichen Taschenlampenschein. Ritzen die Rinde neu ein und geben dem weissen Kautschuk den Weg frei in das schwarze Sammelschüsserl. Baum um Baum, Reihe um Reihe der grossen Plantage. Unser Zelt kümmert die fleissigen Heinzelmännchen überhaupt nicht. Rein zu unserer eigenen Beruhigung grüssen wir sie. Auch ein noch so kurzer Wortwechsel vermittelt Sicherheit. Zumindest eine kurze Kontaktaufnahme, ein kleines Kennenlernen. Wir schlafen genüsslich weiter und träumen von fleissigen Heinzelmännchen.

Abendliche Schönheit der Kautschukplantagen:

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Mitten in der Mangosaison!

In der Mittagshitze lächelt uns ein Markt am Strassenrand verführerisch zu. Sogleich verlassen wir unsere schmerzhaften Sättel und verschwinden im bunten Wirrwarr der schattigen Marktstände. Der Duft von süssen Ananas führt uns ins Mangoparadies. Liebevoll aufgereiht leuchten uns gelbe, grüne und gelb-grüne Mangos in den unterschiedlichsten Formen entgegen. Je nach Sorte ist das Fruchtfleisch saftig gelb bis orange, süss oder sauer, weicher oder härter, fasriger oder glatter. (Wie nennt ma das Gegenteil von fasrig??) Sogar unreif grün ist beliebt als Salat.

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Mit vier überbeladenen Mangohänden schlängeln wir uns weiter. Noch immer überraschen uns die Thais mit ihrer Kreativität der Essenszubereitung und Gestaltung. Unsere Neuentdeckung: Würsteln im Eimantel. Dafür gibts natürlich auch ein eigenes Gerät. Am nächsten Marktstand warten Plastiksäckchen mit süssem lilanem Reis und Kokusnussmilch neben Plastksäckchen mit kleinen bunten Teigbälchen in Kokusnussmilch. Daneben reihen sich grüne Nudeln mit Kokusnussmilch, grünes Gele mit Kokusnussmilch und Kukuruzkörner in süsser Kokusnussmilch. Süss ist hier fast alles. Je südlicher in Thailand, desto süsser werden die schmackhaften Schmuckstückchen. Am nächsten Marktstand umhüllt das Bananenblatt liebevoll süssen Sticky Reis mit Pudding, Sticky Reis mit süssen Kokusnussraspeln, Sticky Reis mit Banane, Sticky Reis mit Chilli, gegrillter Sticky Reis triefend im Kokosfett. Es geht weiter mit Kokusnussbusserl, Mini-Palatschinken mit Wurst und Schokosauce, Kokusnussraspeln und buntem Gele. Waffeln, Creps, fettige Pancakes mit Banane und Ei. Es geht nicht anders – wir kosten uns durch! 🙂

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Etwas rundlicher und schwerer hiefen wir uns seufzend in die Sättel und rollen schwerfällig weiter.

‚Hello!!‘ ruft es aus Häusern, aus Gärten, von Volleyballfeldern und Verkaufsständen. Wir überlegen uns eine dauerwinkende Kartonhand zu basteln um mit der Freundlichkeit mithalten zu können.

Immer wieder lacht uns ein gespenstisches Gesicht an. Weisse Creme bedeckt die Wangen, manchmal das gesamte Gesicht. Auch ohne Creme ist manch ein Gesicht gespenstisch weiss und die Haut verbraucht – genau bis zur Kinnkannte. Der Hals ist typisch thailändisch milchschokoladenbraun. Die Weissmacherfabrik. Seit China sind ‚whitening‘ Cremen in den Supermarktregalen zu finden. Fast jede Creme, Bodylotion und ähnliches enthält Weissmacher. Leider ist sogar manches Kindergesicht von der hautunfreundlichen Mode betroffen.

Warum gehen die Thais so gerne in den Supermarkt einkaufen, wenn alles am Markt billiger ist? Weil der Supermarkt super unterkühlt ist! Aha, nicht nur wir kältegewohnten Österreicher finden es hier zu heiss. Vorm Supermarkt gibt es übrigens Steckdosen und es ist üblich dort sein Handy aufzuladen. Wie praktisch für uns!

Jegliche Flüssigkeiten gibts hier in Plastiksackerln. Kaffe, Eiskakao, Säfte, Suppen, Kokusnussmilch-Süssigkeiten, Essig als kleines Gewürzsäckchen. Verschlossen sind die Plastiksäckchen mit Gummiringerln. Wasserdicht. Problemlos kopfüber in der Radtasche mitzuführen. Keine Folgeschäden. Unglaublich!

Die Thais sind Weltmeister in der Gummiringerltechnik. In maximal 10 Sekunden wickeln sie mit geschickten rasanten Fingerbewegungen ein Gummiringerl WASSERDICHT um den Hals eines der tausend Plastiksäckchen. Das Gummiringerl wird zuerst einmal rundherum gelegt und das eine ‚Ende‘ durch die Gummiringerlschlaufe des anderen ‚Endes‘ durchgezogen (ein Sackstich-Knoten). Am durchgezogenen Ende fest anziehen, ein paar Mal rumwickeln und zum Schluss ’normal‘ (=österreichisch) drüberstülpen. Kennt ihr euch aus? Ist das jetzt nachmachbar? 😉

Basilikum und andere grüne Blattgewürze werden roh zum Essen dazu geknabbert, statt mitgekocht. Um die Schärfe zu mildern. Aha, also ist es den Thais doch auch mal zu scharf!

Wie werden eigentlich die Kokusnüsse gepflückt? Kokusnusspalmen sind riesig, ziemlich glatt und sehr senkrecht. Eher schwer bis unkletterbar. Haben die Thais so lange Leitern? Wozu Leitern, wenn es Affen gibt!! Ja, es gibt tatsächlich ausgebildete Kokusnussäffchen! Mit einem langen Seil sind die Äffchen mit ihrem Herrchen verbunden während sie in den hohen Kokusnusswipfeln von Kokusnuss zu Kokusnuss klettern. Per Zuruf wird dem Affen mitgeteilt welche Kokusnuss zu pflücken ist. Dann wird die Kokusnuss von den kleinen Affenhänden gedreht bis sie abreisst und zu Boden geworfen.

Unsere erste österreichische Radlerbegegnung! Grosse Freude! Welch tolle, faszinierende Menschen doch aus Österreich stammen!

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Wir tauchen ab

Schon mal eine Nacht in einem Zimmer mit 70 anderen Menschen verbracht? Wir haben die Gelegenheit auf der Nachtfähre von Champon nach Koh Tao vergeben. Mit Sicherheit gibt es welche die Schnarchen, ständig geht wer aufs Klo oder die Luft ist schlecht. Nö, wir wollen in den Schlaf geschaukelt werden durch das Surren des Motors und das Plätschern des Wassers. Frischluft atmen und unter dem Sternenhimmel liegend schlafen. Wir machen es uns am Deck des Bootes bequem. So bequem wie halt möglich…was leider noch immer unbequem ist. Der Wind pfeift uns um die Ohren. Der Klogang wird zum Abenteuer. Isomatte, Polster und alles was nicht niet- und nagelfest ist wird ordentlich beschwert oder angebunden. Der erhoffte Sternenhimmel ist leider durch Wolken zugedeckt. Der Schlaf besucht uns nur für kurze Zeit. Wir sind froh um 5 Uhr morgens die Fähre verlassen zu können. Bei der Rückfahrt werden wir dem Massenschlafsaal den Vorzug geben.

Die Tage auf Koh Tao verbringen wir schnorchelnd und tauchend. Nach Überwindung unserer anfänglichen Unsicherheit sind wir entspannt genug um in die Tiefen des Meeres abzutauchen und die Wasserwelt kennenzulernen. Wir bestaunen die vielen unterschiedlichen Fische und Korallen, werden umsingelt von Fischschwärmen und gleiten wie Fische durchs Wasser. Ein herrliches Gefühl.

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Nach dem Schnorcheln liegen wir faul am Strand und lassen uns von der Sonne wärmen. Schau mal Claudi, der Typ da im Wasser sieht so aus als könnte er nicht schwimmen! Na ja…sooo schlecht schaut der gar net aus…manche haben einen komischen Schwimmstil. Hhmmm…seltsame Schwimmtechnik… wie kann man sich so über Wasser halten? Die Chinesen gehen ja sonst immer mit Schwimmweste oder -reifen ins Wasser!? Unsere Diskussion findet abrupt ein Ende als wir sein aus Angst erstarrtes Gesicht sehen und unmittelbar darauf ein schwaches help, help hören. Gedankenlos laufen, springen und schwimmen wir zu dem Mann und zerren in ans Land. Er ist weiss wie Schnee, steif vor Angst und ein wenig unter Schock. Die Situation ist surreal. Viele Leute am Strand, aber niemand scheint diesen Vorfall bemerkt zu haben. Von unserem Hotelmanager erfahren wir im Nachinein, dass ungefähr jede Woche ein Chinese beim Schnorcheln ertrinkt. Vielleicht haben wir diesen einen heute gerettet?! Der Gerettete zeigt sich spendabel und lädt uns auf einen Orangen Juice ein.

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von schwarzen Sternen entführt

Raus aus Bangkok gehts mit dem Zug. Nicht nochmal durch die dicht verstopften stressig lärmenden Strassen. Nach ein paar gemütlichen Stunden landen wir im Industriegebiet der Salzgewinnung.

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Viele flache Kilometer. Haben wir mal über Berge gejammert? Nichts ist so langweilig wie endlose Ebenen!! Wo sind die Berge??!! Stattdessen Industriegebiete. Endlich wird es grüner. Plantagen mit Kokosnusspalmen, Bananenpalmen, Ölpalmen. Uns überraschen schöne Zeltplätze am Meer. So haben wir uns Thailand vorgestellt!

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Und dann! Hügeln!! Zuerst nur zu unserer rechten im Landesinneren – Myanmar dürfte richtig richtig hübsch sein!! Bald dürfen auch wir wieder ein paar Höhenmeter schwitzen! 🙂 Ein bisschen Weitblick geniessen, uns an grün bewachsenen Hängen erfreuen.. da lachen die Radlerherzen. Und träumen sich mit dem Sonnenuntergang am Meer in den Sternenhimmel..

Schwarze Sterne fallen auf die müden Radlerherzen hinab. Erst einer. Dann noch einer. Und plötzlich immer mehr. Die kleinen gestürzten Sterne laufen über uns, krümmen sich auf unserer Haut und – wahnsinn! – sie beissen zu!! Stechen Sterne nicht? Also wenn, dann würden sie stechen, oder? Verwundert wachen wir auf. An einem ganz anderen Ort. Viele kleine schwarze Sterne haben uns entführt. Unser Zelt fortgetragen. Weggeschleppt und zum Verspeisen bestimmt.

Haha, jaja. Natürlich nur fast. Wir waren ihnen wohl doch zu schwer, den kleinen Ameisenbiestern. Ätsch! Aber unsere am Abendmarkt erstandenen Kekse haben sie kräftig in Beschlag genommen. Leider war die Öffnung der Radtasche zu klein um die Kekse in ganzen Stücken abzutransportieren. So mussten sie geduldig Bissen für Bissen forttragen. Hehe, nicht mit uns!! Wütend, auf beissende Ameisen schlagend, erkämpfen wir uns unsere Leckerbissen zurück, übersiedeln das Zelt ein paar Meter und schlafen bis die nächsten Sternchen auf uns fallen.. Oh oh! Oh no! Die nassen Handtücher am Zelt, die Schuhe im Vorzelt.. die Ameisen dieses schönen Strandes finden Gefallen an allem! Und wir irgendwann doch noch ein paar Stunden Schlaf. 🙂

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Ei mit oder ohne Küken…

Zwischen Autos, TucTucs, Mopeds, Verkaufswaren, Essensständen schlängle ich mich durch das dicht gedrängte Phnom Penh, die Hauptstadt Kambodschas. Die durchaus sehr grosszügig angelegten Gehsteige sind entweder mit Autos oder Mopeds zugeparkt oder sie werden als Verkaufsfläche benutzt. Die Strasse ist die Heimat aller die sich fortbewegen. Einige schöne französische Kolonialhäuser säumen den Strassenrand. Sie bleiben fast unentdeckt, denn Müll, Dreck, stinkende Lacken und Schlaglöcher am Stassenrand lassen den Blick stehts an der Strasse haften. Die Stadt ist voller Essensstände und an jeder Ecke wird frischgepresster Zuckerrohrsaft mit Limette angeboten. Wie lecker! Ebenso häufig – gegrillte oder gekochte Hühner- und Enteneier mit Küken darin. Das Küken befindet sich in der 2. bis 3. Brutwoche und wird, so wie es ist, aus dem Ei gelöffelt. Soll angeblich sehr gesund sein! Für die Kambodschianer ein Festschmaus. Für mich ein Graus.

Phnom Penh:

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Ich besichtige das Völkermord-Gedenkzentrum in Choeung Ek, dass mir einen Teil der Geschichte Kambodschas näher bringt. Während dem ultra kommunistischen Regime der roten Khmer wurden zwischen 1975 und 1979 mehr als 3 Millionen Kambodschianer, darunter viele Frauen und Kleinkinder, per Hand hingerichtet und in Massengräbern verscharrt. Das entspricht ungefähr einem Viertel der damaligen Landesbevölkerung. Erst 2007 wurden die damals handelten Personen durch das UN-Tribunal zur Verantwortung gezogen. Choeung Ek in der Nähe von Phnom Penh ist das bekannteste und, ich glaube, auch das grösste Massengrab.

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Nach Phnom Penh, Staub, Gedränge und Verkehrslärm zieht es mich auf die Insel Koh Rong. Die Überfahrt mit dem Boot von Sinoukville aus ist nichts für Personen die zur Seekrankheit neigen. Von Welle zu Welle pendelnd erreiche ich nach 2 Stunden die Insel. Das Wellenrauschen wird auf Koh Rong weder durch Autos noch durch Mopeds gestört. Es gibt hier keine Strassen und asphaltierten Wege. Schon fast ein seeliger Ort, wenn hier nicht die laute Musik aus den Bars trönen und so manch Betrunkene lärmen würden.

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Ein Geheimnis warum das Essen in Kambodscha gut schmeckt und ich von erster Stunde an ein grosser Fan bin, ist der Kampot Pfeffer. Ein Geschmackserlebnis ohne Ende. Unwissend habe ich mich über das Edelgewürz Pfeffer schlau gemacht. Kampot Pfeffer gehört zu den besten Pfeffer der Welt. Die Kletterpflanze wird in Kampot seit mehr als 1000 Jahren kultiviert. Im Zuge der Kolonalisierung von den Franzosen entdeckt und seitdem ein fixer Bestandteil der französischen Edelküche. Also nichts wie hin dort wo der Pfeffer wächst.

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Abseits der Touristenpfade

Die Luft ist kalt. Ich friere. Ich sehne mich nach meiner Daunenjacke. Ein Wetterumschwung? Nein! Ich sitze im Bus! Dieses Schicksal teile ich mit vielen anderen. Jeder versucht die Öffnungen aus denen die kalte Luft strömt zu regulieren. Kaputt…da geht nichts. Die Kabodschianer sind gutmütig und nehmen ihr Schicksal so hin und frieren. Ich nicht und unternehme den Versuch dem Busfahrer zu erklären, dass es kalt sei und er soll die Klimaanlage abdrehen. Ja ja…wird gemacht! Ich warte und warte. Nichts tut sich. Ich füge mich meinem Schicksal. Ein Versuch war es zumindest wert. In einer mir zu lauten Lautstärke werden alle im Bus mit Musikvideos zwangsbeglückt. Kambodschianische Schlager. Die Videos eins wie das andere. Sie handeln von der Liebe, zeigen glückliche und verliebte Pärchen in einer ländlichen Umgebung. Und dann plötzlich hört die Musik auf. Was für ein Segen! Leider nur für kurze Dauer. Nun kommt ein Kabarettist der mit nervig quietschender Stimme spricht. Gelächter im Bus. Für mich nur halb so lustig. Mein Vorhaben? Ich möchte mich abseits der üblichen touristischen Pfade bewegen und plane eine Nacht in einem schwimmenden Dorf zu verbringen. Wunschgemäss hält der Bus an. Ich steige aus und was sehe ich? Marko aus Italien! Na gut…von wegen Abseits des Touristenpfades. Auf holpriger Strasse fahren wir mit einem Mopedtaxi zum schwimmenden Dorf, das je nach Wasserstand zwischen 2 und 7 km enfernt liegt. Dort angelangt sichte ich noch weitere Touris. Das Dorf ist wohl bekannter als gedacht. Das Dorf ist relativ gross. Es gibt eine Polizei, ein Handyshop, Tankstellen, eine Schule, Werkstätten etc. und das alles auf Flosse die im Wasser liegen. IMG_4110 IMG_4101 IMG_4099 IMG_4096 IMG_4093 IMG_4088 Es ist mir hier zu kommerziell. Unter einem Homestay verstehe ich dann doch etwas anderes. Ich ziehe weiter. Per Autostopp geht es von einem Dorf ins andere. Lande auf der Ladefläche eines Lkw’s und fahre auf staubig holpriger Strasse dem Sonnenuntergang entgegen. IMG_4118 Nach einem ausgedehnten Marktspaziergang geniesse ich in der Stadt Kratie in aller Gemütlichkeit mein Frühstück. Plötzlich erfasst mich eine heftige Unruhe…mein Fotoapparat! Er ist weg! Wo ist er?! Mist, ich habe ihn bei einem der Marktstände liegen gelassen. Ich laufe zum Marktstand. Natürlich finde ich ihn dort nicht mehr vor. Mit Händen und Füssen erkläre ich der Marktdame mein Anliegen. Sie schüttelt den Kopf und lacht ständig. Nach ein paar Minuten dämmert es bei mir. Die Dame versteht kein Wort von dem was ich sage bzw. zeige. Wahrscheinlich lacht sie aufgrund meiner etwas seltsam aussehenden pantomimischen Darstellung. Auf der Suche nach einem englisch verstehenden Kambodschianer werde ich schnell fündig. Mein Anliegen wird erklärt. Die Marktdame hat keinen Fotoapparat gesehen. Sie ruft ihre Tochter an. 15 Sekunden später zaubert sie aus einem Kübel meine Kamera hervor, den ihre Tochter dort einstweilen deponiert hat. Ich bin erleichtert! Mit einem Kajak geht es raus auf den Mekong. Der Mekong ist in der nähe der Stadt Kratie zwischen 1-2km breit. Verstreut liegen unzählige kleine Inseln darin. Wir steuern die kleinen Inseln an und bewegen uns durch das Insellabyrinth. Gut einen Guide mit dabei zu haben, der den Weg weist. Stromschellen sorgen dafür, dass das Paddeln nicht zu öde wird. Während der Regenzeit schwillt der Wasserstand um sagenhafte 15m an und bedeckt all diese kleinen Inselchen. Die Sensation: Es gibt hier Delphine. Einige bekomme ich sogar zu Gesicht. Leider sind sie etwas fotoscheu. IMG_4144 IMG_4172 Tempelanlage bei Kratie: IMG_4155 IMG_4157 IMG_4164 Stadt Kompong Cham: IMG_4125 IMG_4121

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Morgenstund hat Gold im Mund

Die Musik ertönt in voller Lautstärke. Heute schon wieder eine Hochzeit? Ach ne…so viele Menschen wie Hochzeiten gibt es hier ja gar nicht. Ich suche meine Ohropax und finde keinen Schlaf. Es ist 5 Uhr morgens! So ist das in der kleinen liebenswerten Stadt Battambang in die sich nur eine handvoll Touristen verirren.

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Die nähere Umgebung wird per Rad erkundet. Die Menschen leben hier vom Verkauf von Reispapier und getrockneten Bananen.

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Pünktlich zum Sonnenuntergang schiessen hundertausende Fledermäuse laut kreischend aus einer Höhle und begeben sich zur Futtersuche zu einem 40km weitentfernten See. Bis alle Fledermäuse die Höhle verlassen haben dauert es ungefähr 1 Stunde. Ein schwarzes Band zieht sich wellenförmig über mehrere Kilometer am Horizont entlang.

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Schon mal was gehört von Kaffirzitronenblätter oder von Galangal? Ein Kochkurs muss her! Einen Vormittag lang rühre ich mit dem Kochlöffel und schwuppdiwupp stehen da plötzlich einige traditionelle Speisen vor mir. Yummi!

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Floating Villages

Das laute Motorengeräusch des Bootes dringt in die friedliche Natur ein. Der schmale Flusslauf wird geziert von vielen kleinen Fischerdörfer, die sich zum Teil komplett am Wasser befinden. Gemüse, Obst und Gewand werden mit kleinen Booten von Haus zu Haus transportiert und verkauft. Der dunkelbraune Fluss eine Ader des Lebens.

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Ich habe den Eindruck, dass das verhältnismässig grosse Boot auf dem ich mich befinde und das mich nach Battambang bringen wird, gewaltsam in den Lebensraum der hier lebenden Menschen eindringt.

IMG_3891Die hohen Wellen bringen ihre kleinen Boote schwer ins Schwanken. Sie müssen ihre Tätigkeit unterbrechen und paddeln um nicht zu kentern. Die sonst sehr lächelnden Kambodschaner blicken uns mit ernster und versteinender Miene entgegen. Das Leben am Fluss ist schwer. Die Menschen haben gerade mal ein Dach über dem Kopf. Die täglichen Bedürfnisse werden im bzw. beim Fluss verrichtet. Ich fühle mich wie ein Eindringlich und halte mich beim Fotografieren sehr zurück. Einige aber schauen nur noch durch den Sucher und lichten hemmunglos mit ihren riesen Objektiven die Menschen ab.

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Auf zu neuen Ufern

Der Zug tuckert langsam durch die thailändische Landschaft. Alle Fenster sind nach unten geschoben und die Ventilatoren auf höchster Stufe aufgedreht. Mehr aus Prinzip als Notwendigkeit. Es ist 6 Uhr morgens, es ist frisch und die Thais sind in warmen Jacken eingehüllt.

Die Thais sind begeisterte Zugfahrer. Viele von ihnen hängen sich so weit wie möglich aus dem Fenster und beobachten aufmerksam die vorbeiziehende Landschaft. Wolken aus Staub und Sand drängen in den Zug. Die Menschen im Zug atmen nur noch durch das vor dem Mund vorgehaltene Tuch, Leiberl oder ihrem Mundschutz. Das es auch im Zug staubt und nicht nur am Rad, dass ist neu für mich. Die aufsteigende Asche der abgebrannten Felder findet ebenso ihren weg in den Zug und landet fast unbemerkt am Leiberl. Ein schneller wisch und ein paar künstlerisch angeordnete schwarze Punkte bleiben zurück.

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Die Menschen stönen und entstauben sich und ihr Gepäck in regelmässigen Abständen. Die Fenster bleiben geöffnet. Prinzip ist Prinzip.

Spät am Abend treffe ich in Siem Reap ein. Siem Reap bekannt und berühmt durch das Weltkulturerbe Angkor. Angkor ist eine Region in der zahlreiche hinduistische Tempel liegen. Der bekannteste und grösste unter ihnen ist Angkor Wat. Mit einem ausgeborgten klapprigen Rad strample ich von Tempel zu Tempel. So bewundernswert die geschichtsträchtigen Tempel mit ihren vielzähligen in Sandstein gemeiselten Figuren und Sympole auch sind, nach dem 5.Tempel sieht für mich einer wie der andere aus. Vielleicht trägt auch meine Erkältung dazu bei, die mir signalisiert, dass ich eher ins Bett gehöre als nach Angkor. Bayon und Ta Phrom zählen für mich zu den schönsten Tempel von Angkor.

Angkor Wat:

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Bayon der Tempel mit den vielen Gesichtern:

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Ta Phrom – Baumwurzeln umschlingen den Tempel. Die Natur erkämpft sich ihren Platz zurück.

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Weitere Impressionen aus Angkor:

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Neben dem Weltkulturerbe bietet die Stadt eine Vielzahl an Märkten sowie einen traditionellen Handwerksbetrieb.

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Siem Reap ist eine Touristenhochburg mit nur wenig kambodschanischem Charm. Es wird Zeit weiterzuziehen um Kambodscha kennenzulernen.

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