Mitten in der Mangosaison!

In der Mittagshitze lächelt uns ein Markt am Strassenrand verführerisch zu. Sogleich verlassen wir unsere schmerzhaften Sättel und verschwinden im bunten Wirrwarr der schattigen Marktstände. Der Duft von süssen Ananas führt uns ins Mangoparadies. Liebevoll aufgereiht leuchten uns gelbe, grüne und gelb-grüne Mangos in den unterschiedlichsten Formen entgegen. Je nach Sorte ist das Fruchtfleisch saftig gelb bis orange, süss oder sauer, weicher oder härter, fasriger oder glatter. (Wie nennt ma das Gegenteil von fasrig??) Sogar unreif grün ist beliebt als Salat.

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Mit vier überbeladenen Mangohänden schlängeln wir uns weiter. Noch immer überraschen uns die Thais mit ihrer Kreativität der Essenszubereitung und Gestaltung. Unsere Neuentdeckung: Würsteln im Eimantel. Dafür gibts natürlich auch ein eigenes Gerät. Am nächsten Marktstand warten Plastiksäckchen mit süssem lilanem Reis und Kokusnussmilch neben Plastksäckchen mit kleinen bunten Teigbälchen in Kokusnussmilch. Daneben reihen sich grüne Nudeln mit Kokusnussmilch, grünes Gele mit Kokusnussmilch und Kukuruzkörner in süsser Kokusnussmilch. Süss ist hier fast alles. Je südlicher in Thailand, desto süsser werden die schmackhaften Schmuckstückchen. Am nächsten Marktstand umhüllt das Bananenblatt liebevoll süssen Sticky Reis mit Pudding, Sticky Reis mit süssen Kokusnussraspeln, Sticky Reis mit Banane, Sticky Reis mit Chilli, gegrillter Sticky Reis triefend im Kokosfett. Es geht weiter mit Kokusnussbusserl, Mini-Palatschinken mit Wurst und Schokosauce, Kokusnussraspeln und buntem Gele. Waffeln, Creps, fettige Pancakes mit Banane und Ei. Es geht nicht anders – wir kosten uns durch! 🙂

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Etwas rundlicher und schwerer hiefen wir uns seufzend in die Sättel und rollen schwerfällig weiter.

‚Hello!!‘ ruft es aus Häusern, aus Gärten, von Volleyballfeldern und Verkaufsständen. Wir überlegen uns eine dauerwinkende Kartonhand zu basteln um mit der Freundlichkeit mithalten zu können.

Immer wieder lacht uns ein gespenstisches Gesicht an. Weisse Creme bedeckt die Wangen, manchmal das gesamte Gesicht. Auch ohne Creme ist manch ein Gesicht gespenstisch weiss und die Haut verbraucht – genau bis zur Kinnkannte. Der Hals ist typisch thailändisch milchschokoladenbraun. Die Weissmacherfabrik. Seit China sind ‚whitening‘ Cremen in den Supermarktregalen zu finden. Fast jede Creme, Bodylotion und ähnliches enthält Weissmacher. Leider ist sogar manches Kindergesicht von der hautunfreundlichen Mode betroffen.

Warum gehen die Thais so gerne in den Supermarkt einkaufen, wenn alles am Markt billiger ist? Weil der Supermarkt super unterkühlt ist! Aha, nicht nur wir kältegewohnten Österreicher finden es hier zu heiss. Vorm Supermarkt gibt es übrigens Steckdosen und es ist üblich dort sein Handy aufzuladen. Wie praktisch für uns!

Jegliche Flüssigkeiten gibts hier in Plastiksackerln. Kaffe, Eiskakao, Säfte, Suppen, Kokusnussmilch-Süssigkeiten, Essig als kleines Gewürzsäckchen. Verschlossen sind die Plastiksäckchen mit Gummiringerln. Wasserdicht. Problemlos kopfüber in der Radtasche mitzuführen. Keine Folgeschäden. Unglaublich!

Die Thais sind Weltmeister in der Gummiringerltechnik. In maximal 10 Sekunden wickeln sie mit geschickten rasanten Fingerbewegungen ein Gummiringerl WASSERDICHT um den Hals eines der tausend Plastiksäckchen. Das Gummiringerl wird zuerst einmal rundherum gelegt und das eine ‚Ende‘ durch die Gummiringerlschlaufe des anderen ‚Endes‘ durchgezogen (ein Sackstich-Knoten). Am durchgezogenen Ende fest anziehen, ein paar Mal rumwickeln und zum Schluss ’normal‘ (=österreichisch) drüberstülpen. Kennt ihr euch aus? Ist das jetzt nachmachbar? 😉

Basilikum und andere grüne Blattgewürze werden roh zum Essen dazu geknabbert, statt mitgekocht. Um die Schärfe zu mildern. Aha, also ist es den Thais doch auch mal zu scharf!

Wie werden eigentlich die Kokusnüsse gepflückt? Kokusnusspalmen sind riesig, ziemlich glatt und sehr senkrecht. Eher schwer bis unkletterbar. Haben die Thais so lange Leitern? Wozu Leitern, wenn es Affen gibt!! Ja, es gibt tatsächlich ausgebildete Kokusnussäffchen! Mit einem langen Seil sind die Äffchen mit ihrem Herrchen verbunden während sie in den hohen Kokusnusswipfeln von Kokusnuss zu Kokusnuss klettern. Per Zuruf wird dem Affen mitgeteilt welche Kokusnuss zu pflücken ist. Dann wird die Kokusnuss von den kleinen Affenhänden gedreht bis sie abreisst und zu Boden geworfen.

Unsere erste österreichische Radlerbegegnung! Grosse Freude! Welch tolle, faszinierende Menschen doch aus Österreich stammen!

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