Heinzelmännchen

Es gibt sie wirklich!! Lebendige Heinzelmännchen!! Jippie!! Zumindest eine der vielen Kindergeschichten ist wahr! Oder gibt es am Ende auch einen Osterhasen?

Bei Einbruch der Dämmerung schlagen wir unser Zelt in einer der vielzähligen Kautschukplantagen auf. Der tägliche Gelsenangriff wartet nämlich schon ungeduldigst auf uns. Während wir mit Zeltstangen und Haringen hantieren, unsere Isomatten aufblasen und uns waschen, sind wir ein paar Blutstropfen ärmer. Dafür ein paar Dippeln dicker.

Die Luft steht. Es ist auch nach Sonnenuntergang noch erschreckend heiss. Zwischen Juckreiz und Schweissausbrüchen dösen wir langsam ein.

Ein Knaksen. Ein regelmässiges Kratzen. Ein paar Schritte. Wieder ein regelmässiges Kratzen. Ein Taschenlampenschein. Was ist das? Wer ist da? Mitten in der dunklen Nacht im Kautschukwald?

Neugierig und ein bisschen ängstlich öffnen wir vorsichtig und möglichst geräuschlos den Zippferschluss unseres Zeltes. Langsam schieben wir unsere Köpfe aus der Luke und spähen in den finsteren Wald hinein. Da! Gebückt an einem Baum steht der Mann der Nacht. Wieder ertönt das regelmässige Kratzen. Dann geht der Mann zielstrebig zum nächsten Baum. Tiefer vom dunklen Wald verschluckt erkennen wir noch drei weitere bäumekratzende Gestalten. Schnell huschen sie von Baum zu Baum mit ihrem spärlichen Taschenlampenschein. Ritzen die Rinde neu ein und geben dem weissen Kautschuk den Weg frei in das schwarze Sammelschüsserl. Baum um Baum, Reihe um Reihe der grossen Plantage. Unser Zelt kümmert die fleissigen Heinzelmännchen überhaupt nicht. Rein zu unserer eigenen Beruhigung grüssen wir sie. Auch ein noch so kurzer Wortwechsel vermittelt Sicherheit. Zumindest eine kurze Kontaktaufnahme, ein kleines Kennenlernen. Wir schlafen genüsslich weiter und träumen von fleissigen Heinzelmännchen.

Abendliche Schönheit der Kautschukplantagen:

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Eine Antwort zu Heinzelmännchen

  1. Anonymous schreibt:

    Liebe Betty, liebe Cloudy!

    Jetzt seid ihr schon ein Jahr unterwegs. Die aktuellen zwei Berichte habe ich schon mit Spannung erwartet. Der letzte war ja schon wieder so lange her.
    Wenn ich im Büro sitze und vis a vis ist der Platz immer noch leer, muss ich manchmal an Dich denken, Betty. Vielleicht drucke ich mir eines Eurer Fotos aus und hänge es im Zimmer auf.
    Deiner Pflanze geht es mittlerweile prächtig, vor allem seit ich aufeghört habe, sie zu gießen. Ich glaube, das war ein bisserl zu viel. 🙂
    Ich wünsche Euch noch eine gute Reise, oder soll ich sagen ein gutes Leben, in Südost-Asien.https://gravatar.com/site/signup/
    Liebe Grüße aus Wien
    Alexander

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