wenn Regentropfen auf Köpfe klopfen

Wir haben es schon geahnt. Jetzt sind wir uns sicher: unser Zelt ist nicht mehr dicht. Nächtliche Regenschauer tropfen diese nasse Botschaft auf unsere träumenden Köpfe und Füsse. An den Nähten und sonstigen kleinen Löchleins rinnt ein Tropfen nach dem anderen erkundungsfreudig ins Zeltinnere. Nach ein paar verschlafenen Blicken im Stirnlampenschein rollen wir uns in unserer Tropfzelthöhle gemütlich zwischen den Wasserfällen zusammen. Im Rhythmus der Tropfen flüchten wir uns tief in die Traumwelten zurück. Die morgendliche Sonne kommt bestimmt!

Verlässlich trocknet die Sonne Zelt, Matten und alles was sonst noch nass geworden ist während wir wieder einmal Paradeissalat mit Toastbrot frühstücken. Ein paar Salzkörner konnten wir aus den Ecken unseres spendablen Salzstreuers gerade noch zusammenkratzen. Essig und Öl haben wir schon lange nicht mehr dabei. Dafür umso mehr Zwiebel und Knoblauch. Mmmh!!!

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Endlich ist unserem Plastikflaschenverschleiss ein Ende gesetzt! In Malaysien gibt es Trinkwasser-Nachfüllautomaten. Ja, wir haben noch immer unsere Wasserpumpe. Nur, das gepumpte Wasser aus der Leitung schmeckt nicht nach trinken wollen.

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Schnee gibt’s hier zwar nicht, aber waschen kann man ihn lassen:

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Wir fiebern dem Ende unserer Reise entgegen. Claudi leider wortwörtlich. In den sowieso schon viel zu heissen Zeltnächten leidet Betti nun zusätzlich an der fiebernden Glühlampe neben ihr. Wir quartieren uns ein. Zu Ameisen und Gelsen in ein Stundenhotel. Dort liegen wir und schwitzen weiter. Es hat tagein, tagaus, nachtein und sogar nachtaus viel zu viele Grade! Wo ist der frisch gewaschene Schnee?!!

Nach einem Erholungstag sieht die Welt wieder etwas weniger halskratzig und krank aus. Wir rollen gemütlich von Pause zu Pause. Von zuckersüßem Tee zu zuckersüßem Tee mit Reis und Soße zu zuckersüßem Tee. Für Claudi heiß, für Betti mit Eiswürfeln.

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Am Rad spielen wir ‚Stadt Land Fluss‘. Oder besser: die radtaugliche Version davon. Wir gehen das Alphabet durch und rufen uns abwechselnd Länder und Städte zu. Wieviele Orte sind von der Reise hängen geblieben? Die Ausbeute ist karg. Die Gewohnheit siegt Meilenweit. Wir landen meist im altbewährten Europa.

Am Abend kriechen wir in unsere Leichenhalle. In der einen Ecke liegt eine tote Fliege, in der anderen eine zerquetschte Ameise. An der Seitenwand kleben Blutspuren vom täglichen Kampf mit den Gelsen. Der gerade hereingehüpfte lebensmüde Heuschreck lässt sich von einer rettenden Hand fangen und in weitem Bogen nach Draussen befördern. Wir mögen unser Zelt sehr. Aber müssen es alle Lebewesen ringsum auch so mögen? Und – noch schlimmer – gleich mit einziehen wollen?? Na gut, die Elefanten haben uns mit ihrem Besuch noch verschont..

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Wir sind ganz nah am Nationalpark. Im angrenzenden Jungel. Elefantenherden ziehen irgendwo neben uns durchs dichte Gebüsch. Zu Gesicht bekommen wir nur ihre grossen Hinterlassenschaften am Strassenrand. Wir staunen mal wieder, dass Elefanten in so dichtem Unterholz leben. Die Trampelpfade zeigen wie..

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Plötzlich hat der hübsche wilde Jungelwald ein apruptes Ende. Wir tauchen in ein Meer aus Ölpalmen. Links schwappt die stetige Welle aus roter Erde Palme um Palme zur Plantage zusammen. Rechts türmt sich eine noch höhere Welle aus Palmen empor. Vor uns liegt der grüne Ozean aus Palmblättern. Die ganze Aufregung und Freude des Jungellebens ertrinkt darin.

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2 Antworten zu wenn Regentropfen auf Köpfe klopfen

  1. Sita schreibt:

    so schöne Erzählungen und Fotos..
    Ich beneide euch trotzdem um die Hitze…..mir ists immer noch zu kalt in Wien
    Und alles alles Gute noch für die letzte Woche
    Ich freu mich, euch bald wiederzusehen und noch was über euer Malaysia zu hören
    Und tauchen wards auch noch!!!Soo schön
    Bussi Bussi

    Sita

  2. Anonymous schreibt:

    Na hoffentlich kommt Ihr gesund nach Hause. Ihr werdet doch nicht etwa jetzt schlapp machen, so
    kurz vor dem Ziel. Also haltet noch durch und kuriert Euch gut aus. Alles Gute und tausend Küsse.
    Freue mich, Euch bald wieder gesund in die Arme schließen zu können.
    Omi

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