Into the Wild

IMG_4515

Malaysien begrüsst uns mit Serpentinen über Jungelberge. Die grossflächigen Kautschuk- und Palmenplantagen sind plötzlich verschwunden. Stattdessen wuchert und zirpt es grün und laut links und rechts neben der Strasse. Affen springen von Baum zu Baum. Vögel schreien, kreischen, kichern und keckern. Wir schwitzen uns höher und finden einen luftigen, endlich mal wieder kühlen Zeltplatz mit genialer Aussicht. Oje, eine kleine Enttäuschung: auch in Malaysien gibt es surrende und pieksende Gelsen und Ameisen. Und Mopedfahrer, die sich auf schönen Aussichtsplätzchen auch noch nach Einbruch der Dunkelheit treffen. Zumindest sind Malaysier nicht so neugierig wie Türken und lassen uns schlafen. 😉

IMG_4511

So ungewohnt alles einfach lesen zu können! Schon lange nicht mehr war alles in Lateinschrift angeschrieben. Das Verständnis der gelesenen Worte fehlt trotzdem.

Der Muezzin singt wieder! Frauen in Kopftüchern lachen uns vom Strassenrand zu. Erinnerungen an die Türkei werden geweckt. Gleich am zweiten Tag erhalten wir zwei Einladungen ins Eigenheim. Im Gegensatz zur Türkei laden uns hier die Frauen ein. In der Türkei haben wir kaum mit Frauen Gespräche geführt. Dort waren es fast ausschliesslich Männer, die mit uns plaudern wollten und uns eingeladen haben. In Malaysien sind die Frauen viel sichtbarer.

IMG_4510

Berge, Berge, Berge. Links und rechts. Dahinter und daneben. Darunter und darüber. Dicke weisse Wolkenberge schweben über dunkelgrünen dampfenden Waldbergen. Ein Regenschauer wäscht uns den Schweiss vom Gesicht. Der nächste Regenschauer malt uns den Gatsch von der Strasse auf die Wangen. Beim übernächsten Regenschauer kauen wir frittierte Reisnudeln mit ein paar wenigen grünen Blättern. Unser Mittagessen. Dank der viel zu kleinen Portion verschlingen wir anschliessend noch unsere, am Strassenrand erstandenen, kleinen Leckerbissen. Ein Reisbällchen mit Kokusraspeln, ein Stückchen Bananenkuchen, ein frittiertes Teigtascherl mit Erdäpfelcurryfülle. Dazu gibt es das typische Getränk: Tee mit einer Art gesüsster Konservenmilch (sowas gibts bei uns gar nicht) und Eiswürfel. Die Eiswürfel dürfen nirgends fehlen.

Halbwegs zufrieden schwingen wir uns in die Sättel und flitzen durch Nieseltropfen. So feucht war es seit China nicht mehr und davor das letzte Mal in der Türkei. Die Suche nach einem geeigneten Zeltplatz ist schwierig. Wiesen stehen unter Wasser. Feldwege sind gatschig. Der Gatsch hat die fürchterliche Eigenschaft Räder allzubald zu blockieren und das Gewicht des Rades zu verdoppeln. Wir fragen, ob wir neben einem Haus campen dürfen. Klar, kein Problem. Das Leben ist so einfach! Wir versichern noch, dass wir alles haben – Wasser zum waschen und genügend zum Essen. Kurze Zeit später werden wir trotzdem zum Abendessen eingeladen. Wir werden malaysisch verwöhnt. Echt lecker! Und sogar geniessbar Scharf!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Malaysia veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s