Zu sechst nach Laos

Zugvögel versammeln sich in Scharen um laut schnatternd in den Süden zu fliehen. Unser Sammelplatz ist Jinghong. Dort treffen wir Sabine aus der Schweiz mit Ivo aus den Niederlanden (www.on-the-bike.ch) und die zwei Riesen Micha und Julius aus Deutschland (www.hochstarter.wordpress.com). Gemeinsam stürmen wir rasant auf Laos zu.

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Sabine und Ivo haben wir das erste Mal in Uzbekistan getroffen, dann wieder in Tadschikistan auf dem Pamir Highway und plötzlich sind wir in Osttibet in Shangri La aneinander vorbei gelaufen. Ein lautes freudiges Wiedersehen. Diesmal haben wir die gleiche Route zur gleichen Zeit: Von Jinghong in Südchina bis Na Teuy in Laos (~20km nach der Grenze). Micha und Julius sind wir in Kirgistan zwei Mal über den Weg gelaufen – in Bishkek und bei den World Normadic Games. Mit den beiden grossen Jungs lachen, schmatzen, schnarchen und strampeln wir sogar noch bis Luang Prabang.

Zu sechst radeln! Das macht Spass!! Immer jemand zum quatschen! Auch das gemeinsame Essen ist toll – von allem etwas bestellen und dann von überall kosten! Mampf!

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Aus Jinghong radeln wir am braunen Mekong entlang. Durch schönsten Jungel. Die Palmen werden mehr. Die Mücken auch. Wir finden einen der spärlichen Zeltplätze und nächtigen unter Bäumen von denen Kautschuk gewonnen wird. Am Vormittag trübt und schmückt Nebel unsere Sicht.

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Geldwechsel an der Grenze. In Windeseile sammelt sich eine Traube von tauschwütigen Laoten um uns. Alle wacheln sie wild mit ihren dicken Packerln an Geldscheinen. Sie reden auf uns ein. Ein ‚how much‘ aus dem Mund 40cm rechts von mir, irgendwas unverständliches von links, eine Hand auf meinem Lenker, ein Bündel Geldscheine vor meinem Gesicht. Ein Stoss hinten aufs Fahrrad. Ein ungeduldiger Taschenrechner unter meinen Augen. Wie war noch mal der Umrechnungskurs? Über die Köpfe und Lautstärken von 15 um den Deal bettelnden Laoten versuchen wir uns zu unterhalten. Stress pur. Betti bekommt den besseren Kurs geboten. Sie zählt die ihr gegebenen Geldscheine. Zu wenige. Claudi steht eineinhalb Meter entfernt, getrennt von Betti durch lauten unruhigen Laotenwirbel. Sie kämpft sich durch und scheitert mit Betti beim zählen. Oder haben sie uns tatsächlich zu wenige Geldscheine gegeben? Die neue Währung mit den vielen Nullen und der ganze Stress verwirren uns. Wir fordern noch ein paar Scheine und bekommen… weniger als vorher. Hä??? Das kann’s jetzt aber auch nicht sein!! Wir zeigen den Laoten am Taschenrechner was uns fehlt. Ein paar Scheine bekommen wir von dem Mann links. Die unbeteiligten versuchen noch immer mit einem ‚how much‘ den Deal an sich zu reissen. Die Frau rechts wechselt auch ein paar Scheine aus. Wieder zählen. Wieder fordern. Irgendwann haben wir soviele Scheine wie uns zustehen. Für ca 120€ erhalten wir sage und schreibe 1.320.000,00 Kip. Ein langwieriges Spiel. Sie wollten uns 30.000 Kip für 300.000 Kip verkaufen. Leider funktioniert die chaosstiftende Taktik der Laoten doch zu gut. Ivo und Sabine wurden um umgerechnet 45 Dollar beschissen. Auch in den kleinen städtischen Wechselstuben mussten wir gut zählen und Scheine nachfordern. Dieses ‚Nicht-Zählen-Können‘ scheint nur die Geldwechsler befallen zu haben. Sonst – am Markt, in Guesthouses und in Essensstädten – sind die Laoten ehrlich.

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