Zauberhafte Welt

Sofort nach der Grenze ist alles anders. Strasse, Sprache, Schriftzeichen, Gesichter, Häuser, Lebensstil. Eine willkürlich definierte Linie. Die Natur ist gleich. Für sie gibt es keine Grenze.

IMG_3507Bambushütten auf Stelzen, freudige hochmotiviert winkende Kinderhände, verkehrsarme Hauptstrassen, teilweise staubig mit erheblichem Schaden durch Erdrutsche. Weniger Menschen, weniger Felder, wild bewachsene Hügeln, keine nur aus Terrassen bestehenden Hänge. Kein nervendes unnötiges Gehupe! Laos ist so schön still! Wir hören Vögel zwitschern! Bunte Schmetterlinge tanzen. Auch das Essen hat sich geändert. Frittierte Heuschrecken, weisse Larven, klebriger Reis, stinkende undefinierbare tierische Paste hübsch verpackt in Bananenblätter.

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In Essensstädten gibt es oft nur eine Kochstelle weshalb es sich zu mehrt empfiehlt das gleiche Gericht zu bestellen oder geduldig den Magen knurren zu lassen. Mückenjagende Gekos laufen die Wände hoch und tummeln sich kopfüber in Lampennähe. Unsere erste Kakerlake empfängt uns gastfreundlich im Zimmer. Sie verschwindet im Handtuch und macht Platz für uns.

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In Luang Prabang erschrecken uns die massenhaften Touristen. Die Gesichter auf den Strassen sehen plötzlich so aus wie daheim, nur ein paar mehr Asiaten sind darunter. Leckere frische Fruchtshakes, Pancakes, gefüllte Baguetes – endlich mal was anderes als Nudelsuppe und Gemüsereis. Die Überreste der französischen Kolonialzeit: Baguetes, guter Kaffee und Kolonialhäuser.

Auch hier ueberraschen uns raetselhafte Packungsgroessen:

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ein Schlueckchen Trinkkakao

Ab Luang Prabang sind wir wieder zu zweit unterwegs in den chaotischen laotischen Hügelwelten. Dauernd gehts bergauf und dann bergab. Steiler als in China. Und ohne ein einziges Gipfelerlebnis. Wahllos wurden die Hügeln plaziert. Und wir müssen immer auf den höchsten! Die Strasse führt uns weiiiit nach rechts an der Hügelkette entlang um dann auf die nächste Hügelkette zu wechseln und weiiiit nach links zu führen. Für 500m Luftlinie radeln wir 5km bergauf und bergab. Gerade gibts nicht. Ein bisschen frustrierend. Dafür unglaublich schön grün. 🙂 Wir campen unter Bananenpalmen, bestaunen eine Krabbe am Strassenrand, treffen unsere erste lebendige Schlange, die scheinbar über den Asphalt schwebt, hören Affenschreie (zumindest wollen wir, dass es Affen waren), ärgern uns frühmorgens über die überpünktlichen Hähne und geniessen jede Menge Bananen. Überall begrüssen uns fröhliche Kinder mit ’sabadi‘.

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Wir radeln durch unzählige kleine Dörfer und lassen uns von der Welt, in die wir entführt werden, verzaubern. Ein Bursch führt stolz seinen Wasserbüffel die Strasse entlang. Eine Familie hockt zufrieden auf den schattigen Stiegen ihres Hauses. Am Strassenrand flechtet ein Mann mit flinken Fingern einen Korb aus Bambus. Eine Tochter befreit ihre Mama eifrig von Läusen. Vor dem kleinen Supermarkt wird dem Besitzer das Haar geschnitten. Eine Horde Kinder radelt an uns vorbei. Ein Mädchen hält sich das zerfledderte Schulbuch zum Schutz vor der Sonne schräg über den Kopf. Sein Kleinkind auf den Bauch gebunden betrachtet ein Mann gelassen die Welt.

Die Welt ist schön.

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