Buskilometer

Plötzlich ist es hell im Zimmer. Die Sonne ist schon aufgegangen. Es ist zu hell!! Wie spät ist es?! 5:01. Ah, guuut, dann haben wir noch bisschen Zeit. Um 6:30 müssen wir am Busbahnhof sein. Um 7:00 fährt unser Bus nach China ab. Nein, es ist ZU hell! Für 5 in der Früh! Eine andere Uhr, schnell eine andere Uhr!! Hektisch laufen wir durch die Wohnung unseres Gastgebers. Endlich! Sein Handy! 6:28. FUUUUCK!!! Wir sollten schon am Busbahnhof sein. Bis der Bus abfährt, haben wir 32 Minuten für anziehen, letzte Sachen packen, Räder satteln, Räder in den Lift pferchen, für 10km, eine 30-Minuten Radstrecke und um den richtigen Bus zu finden – mit den Sprachschwierigkeiten. Unmöglich.. Um 6:44 sind wir im Lift. Rasen die Strassen entlang. Zum Glück schläft die Stadt noch. Ein paar Ampeln bei Rot und Halbrot. Die Sekundenanzeige bis zur nächsten Grünphase ist ein Traum! So können wir unsere Sprints gut anpassen und haben kurze Erholungsphasen. Der Mund ist trocken, die kalte Herbstluft tut weh im Hals, der leere Magen knurrt. Wir strampeln weiter wie die Wilden. Biegen in die letzte Strasse. Erreichen den Busbahnhof um 7:03. Rennen wie wild zum Ticketschalter, drängen uns vor und rufen ‚Bus to Ürümqi‘. Wir laufen zur Ticketkontrolle. Sie lassen uns durch. Aufatmen und weiterlaufen. JAAAAAAA!!!! Der Bus ist noch daaaaaaaaa!!!!!!

In Ruhe schlichten wir die Räder und Taschen in den Gepäckraum. Nach uns trudeln noch ein paar Passagiere ein und um 7:24 fahren wir schliesslich ab. Glück gehabt! Erleichtert machen wir es uns in unseren Busbetten gemütlich.

Claudis Handyuhr dürfte die online Synchronisation zum Verhängnis geworden sein. Ohne die Uhr manuell zu verstellen, hatte sie plötzlich eine falsche Zeit. Wie auch immer, wir haben so die Zeit optimalst genutzt! Bis zur letzten Sekunde tief und fest geschlafen, in der Früh und am Weg zum Bus keine Zeit verplempert, im Bus nicht warten müssen – ein perfekter Morgen! 🙂

In der Morgensonne leuchten die sanften Konturen der kazachischen Berge. Verschwiegen in Dunst gehüllt. Im Bus rumpeln wir durch trockene Gebiete. Wir sind froh über unsere Entscheidung hier durchzusausen und gespannt auf China.

Um 5:14 am nächsten Morgen stehen wir an irgendeiner Strassenkreuzung irgendwo in Ürümqi. Eine Ecke des Himmels wird bereits heller. Dort ist also Osten. Aha.

Das GPS zeigt uns verlässlich den Weg zum Bahnhof. Zu unserer Überraschung sind einige Strassennamen auch in Lateinschrift angeschrieben. Staunend schauen wir Chinesen beim schlürfen ihrer Nudelsuppe zu. In dieser frühen Stunde hätten wir leere dunkle Gasthäuser erwartet. Grosse chinesische Zeichen zieren die Häuser. Es riecht nach China. Wir sind in CHINA!!! 🙂 🙂

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