Wir haben sie erlebt…

die ersten World Nomadic Games. Abgehalten in Cholpon-Ata ca.160km von Bishkek entfernt. Eine ein wöchige Veranstaltung die die Geschichte der Normaden, ihre Traditionen, Lebensstil und Kultur zeigen soll.  Zum Zwecke der Indentitätsfindung und um die diplomatischen Beziehungen Kirgistans zu den anderen zentralasiatischen Länder zu stärken.

Diese Spiele wollten wir uns nicht entgehen lassen und sind mit dem Bus von Karakol angereist.

Organisierter als gedacht, gab es sogar einen Zeitplan wann wo welches Spiel ausgetragen werden wird. Alles auf Russisch. Unsere Erwartungen, es werden täglich unterschiedliche Spiele stattfinden, wurden enttäuscht. Der Zeitplan lies erkennen, das in Cholpon-Ata Wrestling und Kok Boru ausgetragen werden und das täglich die ganze Woche über.

Uns zog es als erstes in das Hippodrome zu dem Pferdespiel ‚Kok Boru‘. In der Mitte des Spielfeldes ein schwarzes Schaf…tot und geköpft. Plötzlich reiten zwei Mannschaften bestehend aus je 4 Reiter mit ihren Pferden zum Schaf. Jeder versucht das Schaf vom Pferde aus zu packen und hoch zu hieven. Demjenigen dem das gelingt klemmt das Schaf zwischen Pferd und Fuss ein und reitet zum gegenüberliegendem Feldende. Dort befindet sich ca.ein 1m hoher Ring gemauert aus Steinen, in den man das Schaf hineinwerfen muss. Gar nicht so leicht…auf dem Weg dorhin versucht die schaflose Mannschaft  dem Reiter das Schaf zu entreissen. Die Pferde werden aufeinander gelenkt…es ensteht ein Knäuel aus Reiter und Pferden die in einer Staubwolke verschwinden. Irgendwann entkommt ein Reiter mit Schaf der Masse und macht sich wieder auf dem Weg in Richtung Feldende.

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Das Schaf sieht am Ende des Spieles völlig missbraucht und zerfedert aus. Zum Teil zerissen so das die Eingeweide heraushängen…gott sei Dank ist das arme Schwarze Scharf bereits tot.

Das Spiel reisst uns nicht gerade mit und wir verlassen schon vor Spielende das Hippodrome. Wir fahren in das Freilichtmuseum zum Wrestling. Zwei Männer zerren am roten Gürtel des jeweiligen anderen und versuchen ihn damit zu Fall zu bringen. Überrascht von mir selbst fand ich dieses Wrestling sogar etwas spannend. Anders als bei uns lösen sich die Zuschauerreihen am Ende des Spieles rasend schnell auf und verschwinden in Richtung Ausgang. Wir blieben noch und schauten den Tanzgruppen zu, die für die grosse Abschlusszeromonie probten, die wir leider nicht sehen werden.

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Am nächsten Tag machen wir uns gemeinsam mit Daniel, Elena und Emil, ebenso Radtouristen aus unserem Hostel, auf dem Weg zu einem  Verantstaltungort der tief in den Berg verborgen liegt. Hier findet mehr kulturelles statt wie Eagle Hunting, Pfeil und Bogen und Kyz Kumai (ein Mann versucht per Pferd seine angebetene einzufangen die ebenfalls auf einem Pferd sitzt. Fängt er sie ein, dann darf er sie küssen). Da keine Maschrukas zu diesem Ort fahren, fahren wir mit einem Taxi das wir uns mit zwei Kirgisen und einer Kirgisin teilen. Die Kirgisen sind hoch begeistert von uns und wir werden nach Ankunft in eine Yurte eingeladen. In der Yurte wird der ganze Boden mit essen belegt. Anziehend wie wir sind strömen immer mehr Personen in die Yurte. Es wird gesungen, gegessen und Wunschgebete vorgetragen. Beim Wunschgebet werden die Handflächen zu einer Schale geformt in die die Wünsche hineinfallen. Am Ende werden die Hände über das Gesicht gestreift, die Wünsche eingeatmet und geraunt. Wir vergessen die Zeit in der Yurte und als wir hinaus kommen, war das Eagle Hunting leider auch schon wieder vorbei.

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Wir streunen herum, beobachten die Menschen und schauen den Gesangs- und Tanzproben für das Abschlussfest zu. Abends fahren wir müde und eingepfercht in einen Bus wieder zurück nach Karakol.

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