Von Osh nach Bishkek

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Die 670km lange Strasse von Osh (zweitgrösste Stadt Kirgistans) in die Hauptstadt Bishkek führt entlang durch sehr abwechslungsreiche Gebiete. Zwischen den beiden Städten liegen einige Bergketten, die dafür sorgten, dass sich die Städte ganz unterschiedlich entwickelten. Während die Südregionen (Osh und Jalal-Abad) eher konservativ und islamistisch geprägt sind, ist der Norden mehr russisch und industrialisiert. Das führt natürlich immer wieder zu Spannungen im Lande. Mit dem Ausbau der Strasse M41, der Highway Kirgistans, wird versucht beide Städte aneinander näher zu bringen. Sie ist gut erhalten und führt über mehrere Pässe (zwei davon liegen über 3000m).

Allein mache ich mich auf den Weg, da Claudis Pferdchen hinkt und sie den Bus nach Bishkek nehmen wird. Die Strasse führt mich zunächst durch das Fergana Valley. Landschaftlich bietet sich mir ein bereits gewohntes Bild – trocken braune Hügellandschaft der immer wieder kleine grüne Oasenstädte entspringen.

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Ein paar Kilometer vor dem Örtchen Tash-Kumyr tauche ich in eine rote sandsteinfarbige Bergwelt ein. Kurvenreich und auf- und ab führt die Strasse durch die Schlucht des Flusses Naryn. Der Fluss ist längst kein Fluss mehr…er wird von einer Serie von Staudämmen gestaut. Links von mir die tiefe Schlucht und rechts die steilen Felswände.

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Ab Karakol wird es landschaftlich wieder offener. Ich kämpfe mich einen kleinen Pass hoch, der mir am anderen Ende eine tolle Sicht auf den See Tortugul bietet. Es geht bergab yahoo…ich sause zum See runter. Die Abfahrt ist nicht von langer Dauer…es geht gleich wieder bergauf und bergab. Obwohl ich mehr als 1000hm an diesem Tag erradl, gewinne ich kaum an Höhe. Am anderen Ufer des Sees schlage ich mein Zelt auf und bereite mich physisch und psychisch auf den Ala-Bel Pass (3184m) vor, den es am nächsten Tag zu bewältigen gilt.

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Motiviert starte ich in den Tag. Sanft geht es stetig bergauf. Die Strasse führt neben einem Fluss, geziert von Bäumen und saftig grünen Wiesen. Entlang der Strassen unzählige Honig Verkaufsstände und Chaihanas, die Forellen anbieten. Ich fühle mich wie in den Alpen. Schroffe Berge mit Baumbewuchs und oben drauf ein kleines Schneehäupchen. Nach ca. 40km bergauf wird es kahler. Mein Höhenmeter zeigt bereits 2800m an. Yahoo nur noch 300hm. Ich freue mich schon auf die bevorstehende Abfahrt, die irgendwie nicht kommen möchte, obwohl der Höhenmeter bereits 3100m anzeigt. Es ist noch immer kein Ende in Sicht. Die Strasse wird steiler, es ist kalt und der Wind blässt mir ins Gesicht. Physisch und vor allem psychisch am Ende erreiche ich insgesamt nach 60km bergauf und 2100 geradelten Höhenmeter den Pass. Pässe sind fast immer zach, aber so zach war es bisher noch nie. Der Höhenmeter zeigte übrigens 500m zuviel an…ganz schön gemein.

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Der Pass führt ins Hochland, das auf 2500m liegt. Landschaftlich sieht es nun so aus, wie ich mir Kirgistan schon immer vorgestellt habe. Unzählige Yurten poppen auf und Herden von Pferden galoppieren auf der grünen, sich endlos erstreckten Hochlandebene.

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Von der Hochebene aus erklimme ich den Tör-Ashuu Pass (3586m). Schon von weit unten sehe ich die unzähligen Serpetinen, die mich den Pass hinauf schrauben. Genau genommen ist es kein richtiger Pass. Die Strasse führt an ihrem höchsten Punkt durch einen 2,6km langen Tunnel. Auf der anderen Seite des Tunnels eröffnet sich ein fantastischer Blick.

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Nach unzähligen Serpetinen bergab folgt die Strasse einem Flüsschen. Die Strasse ist leicht abfallend und schlängelt sich einer engen Schlucht entlang. Starker Gegenwind hindert mich am gemütlichen rollen lassen. Ein kleiner Hügel wird noch bewältigt und dann erstreckt sich eine weite flache Ebene auf der Bishkek liegt.

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3 Antworten zu Von Osh nach Bishkek

  1. Ricardo Corleone schreibt:

    Hallo Betty, Hallo Claudia! Ich hab grad geschaut- Bishkek (Zentrum) ist genau 5450 km von meiner Wohnung entfernt. Google sagt mir mit dem Auto 68 Stunden… Ich könnte Euch also abholen kommen oder auf ein Bier gehen… Wenn ich jetzt gleich (Di VM) losfahr bin ich Freitag früh schon da 🙂
    lg: Richard.

    PS Bis zur Pazifikküste habt ihr ca. Halbzeit!

  2. Anonymous schreibt:

    Hallo Betty! Die Boyerbande wünscht dir einen wunderschönen Geburtstag in der Ferne! Wir warten immer gespannt auf neue Einträge von euch. Also viel Spaß und viele Abenteuer noch! Bussi von der pagage

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