Tbilisi

die georgische Hauptstadt riecht nach suessen baeckereien, frischem Weissbrot, Weissbrot mit warmem kaese gefuellt (das aussieht wie topfengolatschen und salzig schmeckt), weissbrot-boetchen (wie dicke pizza, nur in form eines botes) mit ei und kaese, oder ei und gemuese, oder bohnen und fleisch.

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die stadt richt nach staubigen baustellen und frischem regen, obstmaerkten, offenem fleisch und frischen gewürzen, feuchtem efeu und zu viel parfum… intensive gerueche wechseln einander ab. die duefte werden unterbrochen mit heftig stickigen abgaswolken. die autos sind teilweise STINKalt und lassen nur noch schwarze luft hinter sich. schwarz-heisse luft durch die wir uns zwischen all den autos durchschlaengeln, ein paar ampeln und ein paar mehr verrueckte kreis?verkehre. kreuz und quer sind linien am boden denen die autos mehr oder weniger folgen. drei autos stehen bereits nebeneinander und warten auf DEN moment um in den kreisverkehr eingelassen zu werden. wir reihen uns seitlich in die first line ein. langsam ruecken wir mit vereinten kraeften vor – die drei autos und wir zwei radler. wir werden ungeduldiger, cm um cm stossen wir vor. die autos im kreisverkehr weichen einfach aus, fahren einen bogen um uns, immer dichter zusamengedraengt. und dann kommt er endlich – der moment: wir durchbrechen den autofluss! reihen uns in den kreis ein und werden von der automasse verschlungen.. aber das ist alles ebenerdig, es geht auch noch krasser:

ein dreistoeckiger kreisverkehr – unterirdisch geht die hauptroute grad durch, ebenerdig kann man im kreis fahren und abbiegen, oben drueber gehts von links nach rechts und auch im kreis..oder irgendwie anders, wir habens nicht ganz durchschaut.. leider keine moeglichkeit das chaos der fahrbahnen auf ein foto zu bringen.. irgendwie geht wohl von jeder seite je eine fahrbahn in je eine der moegliche richtungen – du musst also nur wissen welche fahrbahn du nehmen musst.. wenn wir dann auf der fahrbahn sind, fuehlen wir uns wie murmeln in der kugelbahn – vor uns autos, hinter uns autos, alles rollt langsam dahin in der vorgegebenen fixen bahn, links und rechts durch halbhohe betonwaende begrenzt.. wenn nur der gestank nicht waere, waere das kugelspiel fast ein vergnuegen..

IMG_1697dafuer gibt es anderswo umso mehr vergnuegen! 🙂 dank der gastfreundschaft taylors, ein amerkianischer medizinstudent, duerfen wir eine woche bei ihm wohnen, waehrend wir hier auf unsere visas fuer azerbaijan und kazachstan warten. mittlerweile wohnen wir zu 6 in einem superkleinen appartment: eine lebenslustige iranerin, die mit taylor hier wohnt weil sie grad keine wohnung findet und gern party macht. eine 48jaehrige londonerin, die seit fast 10 jahren mit dem rad unterwegs ist und schon viel zu erzaehlen hat. ein italiener, der mit seinem eingang rad bis hier her gekommen ist – des oefteren schiebend. respekt! echt tolle leute! lustig lebendiges leben. erfahrungen, visaleid und fahrradwerkzeug teilen, auf den 2 quadratmetern im zimmer, die noch frei sind von raedern und taschen, in die nacht hinein zu internationaler musik tanzen. haha. mit fahrradblinklichtern. jaja, wir sind noch immer gaaaaanz jung 😉

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das warten ist auch eine angenehme pause.. wir muessen warten, wir koennen nicht weiterradeln. zeit fuer komplette radchecks, kette putzen, mal bissl zeit um einfach nichts zu tun. weitere reise vorbereiten, route planen, in den tag hineinleben. tratschen und lachen, kochen und essen.. und dazwischen immer mal wieder auf die botschaft radeln..

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wir bleiben im schatten eines baumes am rande eines parkes stehen. eine frau stürmt auf uns zu: ‚do you speak english?‘ so lernen wir bea und pit, ein liebes schweizer paerchen, kennen. die beiden sind mitte 50 losgestartet und jetzt seit bald 2 jahren unterwegs. sie haben dafür alles aufgegeben – ihr haus, ihre druckerei. um das leben zu geniessen. um das leben zu leben. besitz fuer freiheit eingetauscht. auf ihrer website (www.bepitha.ch) zitieren sie wilhelm busch:

Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele: Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur. Darum, Mensch, sei zeitig weise! Höchste Zeit ist’s: Reise, reise!

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endlich mal wieder bergluft! eine kleine bustour bringt uns in die naehe des dritthoechsten berges georgiens kazbeg (5034m). wir bewundern die schoenheit zwischen wolken, sonne, regen und hagel. frische bergluft und kuhdung – wir fuehlen uns zu hause 🙂 eine wunderbare abwechslung zur stadt!

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4 Antworten zu Tbilisi

  1. Nicki R. schreibt:

    Tina’s Kommentar zum Thema „eine 48jaehrige londonerin, die seit fast 10 jahren mit dem rad unterwegs ist“: Wie kann man bitte ZEHN Jahre mit dem Rad unterwegs sein???

    😀

  2. Sil schreibt:

    vooolll cool! =) wie heißt denn denen ihre website?

  3. Freidhager Helga schreibt:

    Da ich technisch ein Nackerpatzl bin weiss ich gar nicht, ob man auf so einen Blog ganz einfach antworten kann. Auf jeden Fall freue ich mich auf jede neue Nachricht, bewundere euch aus tiefsten Herzen ( ich bräuchte nach dem ersten Tag schon ein Sauerstoffzelt) . Also alles gute ihr 2 mutigen Mädels und liebe Grüsse aus der Heimat! Helga

    Helga Freidhager Geschäftsleiterin der Alten- und Pflegeheime Steyr

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