die türkei hinterlässt spuren

im Radgeschaefteviertel in Samsun sind wir fuendig geworden – ein Raddoktor, der Bettis Felge neu einspeichen kann! juhu! endlich ist wieder unser gesamtes Team fit und wir biegen frisch freudig und gut erholt auf die Kuestenstrasse ein. uuuund sehen – einen Tourenradler! 🙂

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Ivan aus Serbien. Er will ueber Iran und Uzbekistan nach Tadschikistan – und dort, so wie wir, die Hoehenluft am Pamir Highway schnuppern. Zuerst braucht Ivan aber eine Fahrradpumpe und ein paar Tips wegen seiner Schulterschmerzen. Also bringen wir ihn ins Radgeschaefteviertel, analysieren seine Lenkerposition vorm Einkaufszentrum – er radelt im Kreis um uns herum, wir schauen kritisch – wir ernten interessierte, verwirrte und belustigte Blicke der Vorbeigehenden und haben eine Menge zu lachen.  Freu, wir duerfen mal jemand anderem helfen und nicht immer nur hilfe bekommen 🙂

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Gemeinsam radeln, singen und lachen wir uns die Kuestenstrasse entlang. Die Strasse ist angenehm flach und es gibt einen breiten Seitenstreifen – damit Radler sich unterhalten koennen 😉 Die Landschaft hier ist wenig beeindruckend, ausser wenn wir fuer die Zeltplatzsuche in einen kleinen Weg abbiegen. Dann sind wir jedesmal aufs neue total ueberrascht von der anderen Welt. Kleine Doerfer, superliebe Menschen, sich dahinschlaengelnde Baeche, wilde saftig gruene Vegetation..

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Wir spielen 10 kleine Radler und werden immer mehr 🙂 Wir – mittlerweile ja schon zu dritt – werden von einer radelnden Tuerkin aufgegabelt, trinken gemeinsam Tee und starten schliesslich gemeinsam mit ihr und ihrer Freundin (eine Griechin auf Reisepause). Die zwei Maedels zeigen uns auf ihrer abendlichen Radtour wo es gute Campingmoeglichkeiten gibt. Irgendwo am Weg treffen wir ploetzlich noch einen Freund von den beiden.. cool, so viele Radler 🙂

IMG_1361Und auch diese tolle Dame treffen wir am Strassenrand – Heather aus Australien ist auf dem Weg nach Paris. von Peking. selbstverstaendlich per Rad.

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In Of (haha, ja heisst echt so!) trennen sich unsere Wege wieder – Ivan biegt Richtung Iran ab und wir radeln weiter die Kuestenstrasse entlang. Vielleicht treffen sich unsere Wege in Uzbekistan oder Tadschikistan wieder?

wieder allein unterwegs gasen wir gscheid an und biegen am abend in ein kleines wegerl ein. wir fragen, ob wir hier zelten dürfen. uns wird ein plätzchen unter haselnusssträuchern gezeigt und gleich anschliessend die schule zum übernachten angeboten. wir können dem bürgermeister und schuldirektor versichern, dass wir unter den haselnusssträuchern glücklich sind und freuen uns auf einen ruhigen abend. das zelt ist aufgebaut, wir mit wasser sowas ähnliches wie saubergerubbelt und zum kochen bereit. da serviert uns der bürgermeister warmen mangold mit lamm, reis und bohnen vermischt. mmmmmmhhh. dazu bringt er uns noch ein sackerl haselnüsse und diese typischen kleinen, kugelrunden grünen früchte. und natürlich ein stückchen weissbrot. das darf hier nicht fehlen! der buergermeister meint, er kommt später nochmal um uns was zu zeigen. wir dachten, er meint den haselnussgarten.. und staunen nicht schlecht als wir wenig später in seinem auto durch sämtliche dörfer der näheren hügelgegend geführt werden. in der dunkelheit ist es hier schön – wir schätzen am tag ist alles noch beeindruckender. uns wird eine weberin vorgestellt, die uns zeigt wie sie ihre teppiche webt. voll schöne muster! wir verbringen ein weilchen im kreise einer der grossen familien hier – wie sie gesellig vor ihrem haus beisammen sitzen. schön. eine der frauen der familie ist eine sehr beruehmte sängerin der region. sie gibt ein paar ihrer songs zum besten, alle singen und klatschen mit. der englischlehrer übersetzt uns enthusiastisch die texte. tolle stimmung! am rückweg zeigt uns der bürgermeister stolz die vegetation, pflückt uns ne menge orangen und grapefruits. mampf und schlepp. zum abschluss wird uns noch das nächtlich dunkle meer gezeigt. dann landen wir müde von den vielen tollen eindrücken in unseren schlafsäcken.

solche erlebnisse sind total schön. sehr bereichernd. eindrucksvoll. sie hinterlassen spuren. wir würden sie nicht missen wollen. gleichzeitig ist es anstrengend so viel zu erleben, jeden tag neue begegnungen, so oft gast zu sein. manchmal fühlt es sich sogar so an, als ob wir nicht diejenigen sind die betrachten, sondern die, die betrachtet werden. hihi. und irgendwann brauchen auch die affen pause 😉

was wir noch nicht geahnt hatten – das war unsere letzte nacht in der türkei. am nächsten morgen schüttet es. in einer regenpause können wir das zelt einpacken und losstarten. dann beginnt es uns erneut zu duschen. es ist ganz schön nass ein radler zu sein.. so entscheiden wir uns spontan doch für den direkten weg nach georgien. wir hätten die berge bevorzugt, aber bei diesem wetter… also hop auf, Georgien wartet! 🙂

die Tuerkei ist wohl eines der besten Radreiselaender!

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Eine Antwort zu die türkei hinterlässt spuren

  1. Anonymous schreibt:

    Freue mich für Euch, daß alles so klappt- Liebe Grüße Oma

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