Asien

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nun verlassen wir europa entgültig. in begleitung von miriam gehts die hübsche küstenpromenade durch den asiatischen teil istanbuls wieder hinaus aufs land 🙂 davor noch über ein paar stark befahrene strassen, aber irgendwann wirds endlich wieder richtig grün. und da haben wir auch schon unser perfektes schlafplätzchen gefunden! eine tolle picknickarea bei özges familie. özge spricht super englisch und übersetzt uns die begeisterten, fast nicht mehr zu bremsenden, routenvorschläge ihres papas. wir erleben ein geselliges abendliches grillen. ja, die türken grillen auch in der türkei richtig gern! und ein gemeinsames türkisches frühstück. hausgemachte butter, brot und joghurt. dazu oliven und leckeren käse. mampf.

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da es schon wieder nach regen aussieht und miriams zelt nicht dicht ist, fragen wir auf einem bauernhof, ob wir in der scheune übernachten dürfen. ein paar türkische worte, viele gesten und schliesslich eine zeichnung brauchts bis wir verstanden werden. natürlich dürfen wir. danke danke! damit uns nicht kalt ist, macht uns der bauer ein lagerfeuer vorm zelt. so kalt wars eigentlich gar nicht. sie sind einfach superlieb die leute 🙂

IMG_0878wir können kaum eine pause machen, ohne sofort lieb umsorgt zu werden. ob auf der tankstelle oder vor der bäckerei – auf dem boden sitzen, das geht einfach nicht – sesseln werden uns gebracht, chai serviert. manchmal bringt uns sogar noch jemand brot. oder wir werden am strassenrand überraschend auf haselnüsse eingeladen. einfach wahnsinn!
anders als in marokko lassen uns die leute hier dann allerdings allein picknicken. in marokko gabs oft gar keine privatsphäre mehr..

wow, das schwarze meer..!!! da fliesst die donau rein – ein bisschen heimisches wasser 🙂 wir suchen und finden unsere persönliche bucht, springen in das salzige, doch noch sehr frische nass, bewundern ein fischerboot im sonnenuntergang, lauschen dem hundegeheul und schlafen friedlich unter den vielen sternen. bis wir durch autotüren und grelles licht geweckt werden. lauschend liegen wir da. was ist das? langsam und leise entschlüpfen wir dem schlafsack, öffnen das zelt und spähen in die dunkle stille nacht hinaus. erkennen ein boot. leute am boot. ein fischernetz wird ausgeworfen. achso..erleichterung.

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ein wirr warr aus strassen. schilder? wer braucht denn sowas?! tapfer fragen wir uns durch. meistens widersprechen sich die handzeichen der einheimischen auch nicht. juhu, und wir kommen tatsächlich dort an wo wir hinwollten 🙂

sanft hügelig gehts dahin, haselnusssträucher, farne, regentropfen, sonne, quakende frösche, stolzierende störche, seerosen, kühe am strand, eine sanddüne, rötliche erde. oh, und hier siehts mal so aus wie wir uns die türkei vorgestellt haben. etwas trockener..

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wahnsinn, ist die welt hügelig!! staun.. ist der flache burgenländische osten österreichs vielleicht sogar eine sensation?? regen begleitet uns die feuchtwaldige türkische schwarzmeerküste entlang. ganz schön heftige anstiege vernab der grossen strassen. und die abfahrten sind bei dem wetter auch mehr qual als vergnügen. die finger frieren am bremshebel fest während die bremsbeläge überhitzen. diese erfindung fehlt noch – wärmeumleitung von den bremsen zu den fingern!

am stadtrand von zonguldag erwartet uns ein grosses einkaufszentrum. wir finden alles was wir brauchen: eine neue power bank um unser navigationssystem handy wieder übers fahrrad aufzuladen und sonnencreme. ja und was zum schmausen 🙂 warme teigtaschen mit fleisch, käse und paradeisern drinn und getrocknete feigen. wir biegen wieder auf die strasse – und erblicken… einen tourenradler!!! 🙂 schnell strampeln wir und holen jean-marc ein.

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im alter von 61 startete jean marc seine radtour, dıe ihn durch afrika fuehrt. schon in seinen jungen jahren hat er mit seinem motorrad mehrfach die sahara durchquert. nach afrika dachte er sich `wenn ich afrika mit dem rad durchqueren kann, dann kann ich alles durchqueren!` so kommt es, dass er seit 5 jahren on the road ist und nahezu in allen laendern dieser welt war. die erkundung asiens fehlt noch und das ist sein jetziges ziel. er lebt von seiner pension und spart auf einen campingbus fuer die jahre, in denen er altersbedingt nicht mehr ueber alle berge radeln kann.

jean-marcs leıtsatz: travvel as light as possible! seıt dem denken wir, wenn wir unsere sachen durchstoebern, der jean-marc hat sicher nur 2 unterhosen mit. auf salz koennten wir auch verzıchten – hat der jean-marc sicher auch nicht mit. und den einen pulli koennten wir auch nach hause schicken und und und…

am nächsten morgen biegen wir erneut von der grossen breiten strasse auf eine kleine feine küstenstrasse ab. fein steil beginnts und noch steiler gehts weiter. wir sind noch nie so heftige anstiege gefahren! brauchen die ganze strassenbreite um bogerl für bogerl hügerl für hügerl zu bewältigen. harter kampf für die motivation. warum müssen wir auch immer die kleinen ‚abschneider‘ nehmen?! weil wir dort von dieser aussicht empfangen werden:

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einfach geil!!

in den kleinsten dörfern werden wir aus dem nichts auf deutsch angesprochen. fliessendes deutsch. ehemalige gastarbeiter. hoch motiviert und begeistert fragen sie uns wo wir herkommen und wo wir hinwollen, übersetzen ihren freunden, geben uns ratschläge, laden uns auf chai ein..

das durchradeln durch die kleinen dörfer ist ein motivationsschub pur. sogar omis rufen uns winkend und freudig lachend aus dem garten ein ‚hello‘ und ‚goodbye‘ zu. neugierige kinder fragen uns ‚what’s your name?‘ wir fühlen uns, als ob wir irgendein berühmtes rennen fahren würden wo allen zugejubelt wird. so schoen. so lieb. so motivierend.

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2 Antworten zu Asien

  1. Wolfgang schreibt:

    Sehr interesssnt und spannend, viel Glück und Kraft weiterhin
    Wolfgang B

  2. hanna schreibt:

    allerliebstes radreisen-dreamteam,

    jetzt muss ich euch das endlich mal sagen: euer blog ist so super!! ich lese jeden, wirklich jeden eintrag von euch (in meiner mailbox – email-abo sei dank 😉 und freu mich wie ein schnitzel über eure geschichten vom essen, reisen und glück erleben&teilen. gemeinsam mit den netten fotos fast wie wenn man selbst dabei wäre 🙂

    weiterhin toitoitoi, starke muckis & viele tolle erlebnisse euch! und nur nicht zu bloggen aufhören!

    bisous aus good old vienna,
    hanna

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